Seit ein paar Tagen bist du unterwegs

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… und für uns und für dich beginnen völlig neue Zeiten. Da ich in den letzten Tagen oft die Frage gehört bzw. auch gelesen habe, „Wie geht es dir denn damit, dass deine Tochter nun so weit weg ist?“, möchte ich hier einfach ein paar Zeilen dazu verfassen.

Am Donnerstag haben wir unsere Tochter zum Flughafen nach Frankfurt gebracht, zwar mit einem kleinen Zwischenstopp, bei dem wir die Schlösser vom Koffer bei ATU aufgeschweisst haben, hat alles hervorragend geklappt. Kleine Anmerkung von mir, also immer überprüfen, ob man die Schlüssel auch wirklich eingepackt hat und nicht wie wir, sie einfach auf dem Tisch daheim liegen gelassen haben.

Auf der Hinfahrt habe ich sovieles Revue passieren lassen, die ganzen Vorbereitungen für dieses Jahr lagen hinter uns, seit fast einem Jahr haben wir Zettel ausgefüllt, Bewerbungen für Stipendien geschrieben, Briefe für die Gastfamilie, waren beim Dok für die notwendigen Impfungen und Beratungen und an mehreren Wochenenden unterwegs für die Vorbereitungs-Wochenenden, die Abschiedsfeier mit lieben Menschen lag hinter uns und nun dann war er einfach da, der Tag des Abschieds. Es hat sich auf der einen Seite wirklich gut angefühlt, dass Ravinas Traum so beginnen konnte … auf der anderen Seite steht natürlich mein Mutterherz, welches sich den anderen Dingen auch stellen muss, welches sich mit Fragen quält, „Wird sie es schaffen?“, „Wie wird die Ihre Gastfamilie sein?“ etc.

Auf dem Flughafen hatte ich natürlich den einen und anderen Moment wo mir sentimental wurde und ich mir bewusst gemacht habe, dass dies der letzte gemeinsame Moment für die nächsten 11 Monate ist. Keine Gespräche am Abend über den Tag, über irgendwelche neuen Songs in den Charts, keine gemeinsamen Unternehmungen mehr … und trotzdem war ich auf der anderen Seite so froh, dass alles so gut geklappt hat, dass wir gemeinsam alle Hürden auf diesem Weg umschifft haben und so konnte ich dich leichter loslassen, in FotoDEIN großes Abenteuer, in dein Jahr was nun vor Dir liegt. Genieß diese Zeit, auch wenn sich das Heimweh sicher manchmal zeigt, auch wenn der Weg eine neue Sprache zu lernen, nicht immer leicht sein wird … aber ich weiß, dass du genau dies toll meistern wirst, deswegen fiel es auch leichter, dich loszulassen, dich in die Fremde gehen zu lassen.

Dank Facebook, Whats-App und deiner tollen Abschiedsidee von den Briefen an uns, bist du ja auch nicht ganz verschwunden, sondern lässt uns Anteil haben, das macht es für uns um einiges leichter, wenn man auf diesen Wegen mitbekommt, dass du dich gut einlebst und es dir gut geht …

Tipps für Eltern von Austauschschülern: Es ist nicht leicht, dass Kind ziehen zu lassen, aber es hat uns als Familie ungemein gestärkt und uns noch näher zusammen rücken lassen. Es ist eine Chance nicht nur für die Austauschschüler, sondern auch für uns als Eltern und das ist das schöne daran. Lasst uns dieses Jahr genauso begreifen und genießen, wie es unsere Kids hoffentlich auch tun werden.

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Bin Mutter von 3 Kids, mag meine Freunde, tolle Musik, das Reisen & meine Arbeit. Man findet mich auch auf google+ und facebook.
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Comments

    • Melina
    • 24. September 2014
    Antworten

    Hallo,
    Ich bin Zufällig auf den Blog gestoßen und Finde, Er ist echt schön gestaltet :) Die Elternperspektive finde ich auch spannend…Beim Lesen erinnere ich mich selbst an meine Vorfreude, Aufregung und Erfahrungen zurück, die ich im letzten Jahr während meines Weltwärts-Freiwilligendienst mit AFs in Indien erfahren durfte :) Ich hab dazu auch einen Blog geführt. Meine Schwester macht gerade auch einen Schüleraustausch, Sie verbringt dieses Jahr in Finnland. Liebe Grüße und viel Freude am Neuen!
    Melina

    • Agnes
    • 27. September 2014
    Antworten

    Hallo Melina, danke für deine lieben Zeilen. Es ist auch nun nach den ersten 7 Wochen immer noch irgendwie neu und aufregend, mal sehen wie ich die Zeit nach dem Jahr sehen werde … viele Grüße an deine Schwester, hoffentlich hat sie auch eine tolle Zeit in ihrem Austauschjahr. Beste Grüße Agnes

  1. Antworten

    Wow, bei diesem Eintrag sind mir wirklich ein paar Tränen übers Gesicht gelaufen. Ich finde es super, aus der Elternperspektive zu lesen, weil ich so verstehe, was meine Mutter fühlen muss. Ich bewundere alle Mütter dafür, uns immer zu unterstützen, uns helfen, unseren Träumen näher zu kommen und uns aufbauen, wenn wir eine schlechte Zeit durchleben. Viele liebe Grüße vin Karolin aus Schweden

    • Agnes
    • 25. November 2014
    Antworten

    Liebe Karolin, danke für deine lieben Zeilen … Ich denke ja auch, das es Eltern und Austauschschülern hilft, wenn man mal beide Seiten betrachtet. Ich finde das Loslassen ja nicht immer leicht, bin aber froh, dass meine Tochter genau dieses Jahr erleben darf und ich bin stolz darauf, dass sie uns auf dieser Seite dran teilhaben lässt … ich wünsch dir auch noch eine tolle Zeit in Schweden.

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